Ecuador – Dschungeltour

Unser Rückflug nach Europa stand fest. Am 15.12.16 sollte es zurückgehen in die Heimat. Genauer gesagt erst einmal nach Amsterdam. Mittlerweile sind wir in den Niederlanden angekommen und verbringen in dem kleinen Ort Schagerbrug die letzten Wochen unserer langen Reise. Schagerbrug liegt etwa eine Stunde nördlich von Amsterdam.

Aber bis wir in Schagerbrug ankamen, hatten wir noch 2 Wochen Ecuador vor uns. Ecuador ist ein wunderschönes Land. Dennoch fehlte uns die Reiselust, um es noch weiter zu erkunden. Unsere Gedanken waren nun immer mehr in Europa und in Lüneburg. Doch alles umbuchen und einen früheren Rückflug nehmen, empfanden wir als übertrieben. Also ließen wir uns von all den positiven Erzählungen über den Dschungel (Oriente) Ecuadors locken.

Wir fuhren etwa 8 Stunden mit dem Bus von Quito nach Lago Agrio. Dort legten wir eine Übernachtung ein. Von Lago Agrio fuhren wir am nächsten Tag gegen 4 Uhr früh mit dem Bus weiter, nochmal 2 Stunden, bis zur Cuyabeno Bridge.

Die Übernachtung in Lago Agrio hätten wir uns sparen können. Besser wäre die direkte Anreise mit dem Nachtbus von Quito nach Cuyabeno gewesen. Zudem dachten wir, dass unser Dschungel-Programm, das wir vorab bei einem Reiseveranstalter gebucht hatten, quasi in Stein gemeißelt war. So war es nicht. Wir konnten alles flexibel vor Ort abstimmen.

Unser Guide holte uns von der Cuyabeno Bridge ab und brachte uns mit einem Motorboot in unsere Unterkunft. Pünktlich zum Frühstück kamen wir in der Cuyabeno River Lodge an.

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Die vorletzte Hütte war unsere.

Wir wurden sehr herzlich empfangen. Nach dem Frühstück chillten wir eine Zeitlang in der Hängematte. Die Zeit lief plötzlich viel langsamer.

Irgendwann konnten wir in unsere Hütte, uns einrichten und etwas schlafen. Dann gab es Mittag und nach dem Mittag startete unser Dschungel-Programm. Wir fuhren mit dem Motorboot den Cuyabeno River flussaufwärts, beobachteten und erkundeten die Tier- und Pflanzenwelt. Highlight war das Piranha-Fischen.

Tatsächlich war das Fischen der Piranhas sehr interessant. Unser Guide hatte Rinderfleisch dabei, steckte ein Stück an den Angelhaken und warf die Angel in den Fluss. Nach kurzer Zeit wackelte die Angel. Er zog sie blitzschnell heraus. Das Fleisch und der Fisch waren weg. So ging es mehrere Male. Der Guide erklärte, dass es nahezu unmöglich sei, ältere Piranhas zu fangen. Sie haben gelernt, das Fleisch so von der Angel zu lösen, dass sie nicht am Haken hängen bleiben. Am Ende hatten wir lediglich einen Baby-Fisch am Haken. Natürlich haben wir ihn wieder in den Fluss geworfen. Hoffentlich unverletzt.

Am späten Nachmittag gingen wir zu Fuß in den Dschungel. Ausgestattet mit Gummistiefeln und Insektenschutz zogen wir los. Kristian schwang wieder an einer Liane durch den Dschungel, zumindest ganz kurz. Alle gemeinsam (bis auf den US-Amerikaner in der Gruppe) überquerten wir einen Fluss über einen zufällig dort verweilenden Baumstamm. Sani (ein Inder, der in den USA lebt) verfehlte den Stamm etwas und steckte plötzlich mit einem Bein im Fluss. Gar nicht so ungefährlich. Immerhin waren wir im Dschungel, es wurde dunkel und die Kaimane aktiv. Glücklicherweise waren Kristian und ich als erstes auf der anderen Seite.

Das war schon ein erster aufregender Tag für uns im Dschungel. Die Entdeckungslust war wieder geweckt. Dennoch gingen wir früh schlafen. Am nächsten Morgen wollten wir früh zu einem längeren Ausflug aufbrechen. Die Laguna Grande und ein Dorf des Siona-Stammes waren unser Ziel.

Gemeinsam mit 30 Leuten, die auf 3 Motorbooten verteilt waren, brachen wir nach dem Frühstück auf. Auf unserem Weg zur Laguna und zum Dorf beobachteten wir Affen, Vögel und noch andere Tiere. Die Laguna Grande ist ein See, der nur nach der Regenzeit da ist. Vor der Regenzeit ist es eine trockene und karge Landschaft, in der man wandern kann. Ist das Wasser da, sieht es so aus, als ob Bäume im See wachsen und es ist nur schwer vorstellbar, dass das Wasser wieder geht.
Mit dem Wasser kommen auch die Delfine. Ja, es gibt Delfine in dem Fluss und dem See. Sie sind rosa und grau. Wir konnten einige beobachten, aber immer nur ganz kurz. Sie springen nicht so wild herum wie Salzwasser-Delfine. Trotzdem war es faszinierend zu wissen, dass es Delfine gibt.

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Nach etwa 4 Stunden erreichten wir das Dorf der Siona. Dort zeigten uns die Einheimischen, wie man Yucca-Brot backt. Wir lernten den ganzen Prozess kennen, vom Ernten der Pflanze bis zum Verzehren des köstlichen Brotes. An dieser Stelle sollte ich vielleicht die ecuadorianischen Studenten erwähnen, die den Hauptteil der gesamten Gruppe ausmachte. Ich würde sagen, wir kamen uns bei der gemeinsamen Arbeit näher. Anschließend wollten alle ein Foto mit uns. Ziemlich crazy, aber es war nicht das erste Mal in Ecuador.

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Bald kehrten wir zurück zur Lodge. Eine lange Fahrt lag vor uns und es wurde immer dunkler. Alle Guides leuchteten nun das Ufer ab. Wir waren auf der Suche nach Kaimanen. Gruselige Vorstellung. Das Boot war recht klein. Die Studenten hatten sich glücklicherweise wieder beruhigt, aber beim Schwimmen im See haben sie bewiesen, dass sie in der Lage sind, das Boot zum Kentern zu bringen. Alles blieb still. Das Boot lag friedlich auf dem Wasser. Nichts passierte. Unser Boot hatte kein „Glück“ mit den Kaimanen. Wir sahen nur kurz aufblitzende rote Augen am Ufer. Die anderen Boote haben Kaimane aus der Nähe gesehen.

Wir machten am folgenden Abend nochmal eine Nachtfahrt mit dem Boot. Auch dort sahen wir viele rote Augen am Ufer. Aber nur einen Baby-Kaimanen so richtig aus der Nähe. Wegen uns hätte der Guide ihn nicht einfangen müssen. Wir waren etwas überfordert mit der Situation. Fotos haben wir nur nach eindringlicher Aufforderung gemacht. Das war alles sehr skurril.

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Mit vielen Eindrücken verließen wir die Lodge nach 4 Tagen. Wir kehrten zurück nach Quito. Von dort aus ging es dann weiter ans Meer nach Canoa.

 

 

 


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