Ecuador – Galapagos: Isla Santa Cruz

Nach so vielen Monaten ist die Reiselust bei uns allmählich aufgebraucht. Wir sind es leid, den Rucksack zu packen und zu schultern, leid in den nächsten Bus, in den nächsten Flieger, in das nächste Taxi oder auf das nächste Boot zu steigen, leid alle paar Tage das Bett zu wechseln. In so einer Stimmung befanden wir uns, als wir nach Galapagos aufbrachen. Als wir dann auf der Isla Santa Cruz, der zweitgrößten der 130 Inseln von Galapagos, ankamen und unsere ersten Seelöwen, Pelikane, Meerechsen und Fregattvögel am Hafen sahen, verflog diese Stimmung ganz schnell. Galapagos ist voller Tiere und das macht es zu einem wahren Paradies und einfach nur traumhaft!

Unter den Backpackern ist Galapagos meistens kein Thema oder nur für einen ganz kurzen Aufenthalt, denn man muss schon etwas tiefer ins Portemonnaie greifen. Die meisten Touristen chartern Yachten, um sich die Tiere und Inseln anzuschauen. Wir konnten uns nicht vorstellen, die ganze Zeit auf dem Wasser zu verbringen und wollten ganz in Ruhe und so gut es geht auf eigene Faust die Tier- und Inselwelt erkunden. Deshalb entschieden wir uns für zwei Inseln, feste Unterkünfte und Tagesausflüge. Wir buchten unsere Unterkünfte bereits im August. Die Tagesausflüge haben wir vor Ort bei einer der vielen Agenturen ausgesucht und gebucht. Das war ganz leicht und man kann auch mal ein Schnäppchen ergattern, aber wahrscheinlich nur in der Nebensaison.

Wir haben uns für die Inseln Santa Cruz und Isabela entschieden. Schon diese beiden Inseln sind sehr unterschiedlich. Isabela ist die größte Insel und somit größer als Santa Cruz, aber viel weniger erschlossen. Das bedeutet eher Feldwege als Straßen. Auf beiden Inseln gibt es Tiere, die wir gern sehen wollten. Dazu gehören insbesondere Riesenschildkröten, Wasserschildkröten, Meerechsen, Blaufußtölpel und Seelöwen. Insgesamt verbrachten wir 16 Tage auf Galapagos. 10 davon auf Santa Cruz und 6 auf Isabela.

Isla Santa Cruz

Während unseres Aufenthaltes auf Isla Santa Cruz wohnten wir in der Unterkunft Pattys House. Wir hatten sogar eine Küche, sodass wir uns weitestgehend selbst versorgen konnten. Das Essen auf Galapagos ist wesentlich teurer als auf dem Festland Ecuadors. Eigentlich schon so wie in Deutschland. Pattys House hat eine tolle Dachterrasse und dort frühstückten wir jeden Morgen. Wir hatten auch einen sehr guten Ausblick auf all die unfertigen Häuser rundherum. Neulich haben wir erfahren, dass man in Ecuador alle Hausbau-Arbeiten in bar bezahlt. Also immer wenn Geld da ist, wird gebaut. Die Fertigstellung eines Hauses kann Jahre dauern oder es bleibt ewig beim Erdgeschoss. Bei fast jedem Haus sieht man die bereits angefangene zweite Etage.

Tortuga Bay

An unserem ersten richtigen Tag auf Galapagos (es war übrigens unser 5. Jahrestag :-)) schnappten wir uns das Schnorchelzeug und zogen zu Fuß los zur Tortuga Bay. Die Tortuga Bay ist einer der schönsten Strände Südamerikas und liegt direkt in Puerto Ayora, dem Hauptort der Insel. Man erreicht die Tortuga Bay vom Eingang aus nach einem längeren Fußmarsch (30 bis 45 Minuten) auf einem geteerten Weg. Am Start des Weges muss man sich in eine Liste eintragen, das ist üblich für alle Naturschutzgebiete auf Galapagos. Schon der Weg war spannend für uns. Überall riesige Kakteen und viele kleine Echsen.

Es gibt in der Tortuga Bay zwei Strände. Der erste ist ausschließlich für die Tierwelt (Meerechsen, Rote Klippenkrabben, Vögel) und die Surfer gedacht. Die Strömung ist zu stark zum Schwimmen. Der zweite Strand ist ganz seicht. Dort kann man wunderbar schwimmen und, wenn die Sonne scheint, super schnorcheln. Wir hatten einen tollen Tag, spazierten ewig am ersten Strand herum, denn dort spazierten die Meerechsen (sind zwischen 40 und 60 cm) auch herum. Das endete natürlich in einem etwas längerem Fotoshooting. Als wir am zweiten Strand ankamen und schnorcheln wollten, fing es an zu regnen. Schnorcheln fiel also leider aus.

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Das holten wir an einem anderen Tag nach, denn wir waren so begeistert von der Tortuga Bay, dass wir noch einmal dort hinliefen. Die Sonne schien den ganzen Tag. Perfektes Wetter zum Schnorcheln. Wir mieteten uns ein Kanu, fuhren auf’s Meer hinaus und  beobachteten die Tierwelt. Wir sahen riesige und kleine Fische, mehrere Rochen (einer sprang sogar zweimal aus dem Wasser hoch), einige schwimmende Meerechsen und unzählige Krabben.

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Schildkrötenfarm

Ein ganz großer Wunsch von uns beiden war es, Riesenschildkröten zu sehen. Der wurde schon bei unserer Busfahrt vom Flughafen in die Hafenstadt Puerto Ayora erfüllt. Der Bus fuhr durchs Hochland von Santa Cruz und dabei an den Riesenschildkröten-Farmen vorbei. Die Schildkröten können sich dort frei bewegen und deshalb sahen wir sie auch mal am Straßenrand. Das war echt toll. Noch toller war es dann aber, als wir direkt neben den riesigen Schildkröten standen. Dafür fuhren wir mit einem Taxi etwa 45 Minuten ins Hochland zur Ranch Primicias. Diese steht unter Naturschutz und so war es wieder Pflicht, sich in eine Liste einzutragen. Der Eintritt kostet 3 Dollar. Wir hatten dann etwa eine halbe Stunde (wir machten daraus eine Stunde) Zeit, um die Farm und ihre Bewohner zu erkunden. Unser Taxifahrer wartete währenddessen auf uns. Anschließend fuhr er noch mit uns zu einem Lavatunnel und zu Los Gemelos. Danach ging es zurück nach Puerto Ayora. Das alles kostete uns 35 Dollar.

Da uns das mal wieder zu schnell ging und wir echte Riesenschildkröten-Fans sind, besuchten wir die Farm noch ein weiteres Mal. Wir ließen uns mit dem Taxi hinfahren und fuhren zurück mit dem Fahrrad. Das war etwas anstrengender, aber dafür konnten wir auf der Farm länger verweilen. Zwei wunderschöne Besuche, die wir nie vergessen werden! Schildkröten sind sehr beruhigende Tiere.

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Seymour Norte

Als nächstes wollten wir gern Blaufußtölpel sehen und schnorcheln. Wir ließen uns von einer Agentur beraten, welcher Tagesausflug sich dafür am besten eignete. Unsere Wahl fiel auf Seymour Norte. Die Insel liegt nördlich von Santa Cruz und ist nur 1,9 km² groß. Die Hauptattraktionen der Insel sind die Fregattvögel und Blaufußtölpel. Zu jeder Jahreszeit gibt es dort etwas zu sehen: Balz, Paarung, Brut oder Aufzucht der Jungen.

Die Tour bestand aus einem Rundgang (etwa 2,5 km lang) auf Seymour Norte und einer Schnorcheltour am Strand Las Bachas (Nordküste von Santa Cruz). Wir wurden gegen 8 Uhr früh mit dem Auto von unserer Unterkunft abgeholt. Insgesamt waren wir 9 Leute, also eine überschaubare kleine Gruppe. Hinzu kam noch unser Guide Andres. Alle zusammen fuhren wir zum nördlichen Hafen der Insel, stiegen in ein sehr kleines und wackeliges Boot, das uns wiederum zu einem etwas größeren Boot brachte. Dort empfing uns die Crew mit einem „Schuhe aus!“. OK, es geht herzlicher, muss aber nicht.

Wir schipperten los und nach etwa 45 Minuten war unser Ziel in Sicht. Wir setzten wieder mit einem sehr kleinen und wackeligen Boot von unserem Boot auf die Insel über. Die See war recht aufgewühlt, sodass wir zweimal fahren mussten. Auf der Insel wurde es dann noch unentspannter. Unser Guide motivierte uns zu einem schnellen Fußmarsch. Wir sollten uns auf die Hauptattraktionen – Fregattvögel und Blaufußtölpel – konzentrieren und uns nicht von so etwas wie Seelöwen ablenken lassen. Er trieb uns an. So stelle ich mir das Militär vor. Er wiederholte permanent, dass wir ja alles sehen wollen. Fragen wollte er auch gern beantworten, aber nur die, die er wollte. Naja ich stellte also keine Fragen und versuchte, ihn links liegen zu lassen. Das war nicht ganz einfach für mich.

Neben all diesen Entwicklungen freuten wir uns trotzdem über sehr süße Blaufußtölpel. Sogar ein Junges konnten wir sehen, das heißt, Mitte November kann man die Aufzucht der Jungen beobachten. Auch die Fregattvögel waren sehr beeindruckend. Männliche Fregattvögel haben einen scharlachroten Kehlsack und blähen diesen auf, während sie um Weibchen werben. Laute schnarrende Geräusche sind dann auch noch zu hören. Das war echt schön. Wir sahen auch noch Landleguane, Seelöwen und andere Vögel.

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Nach dem Rundgang ging es zurück aufs Boot. Das Meer war immer noch aufgewühlt. So entschied der Kapitän, dass wir leider nicht an dem geplanten Strand Las Bachas schnorcheln konnten. Zu gefährlich zum Anlegen. So ließen sie uns nahe der Felsküste ins Wasser. Ich hielt es nur 5 Minuten aus. Ich schluckte permanent Wasser. Kristian war nach 15 Minuten wieder im Boot. Schade!

Aber davon haben wir uns nicht die Laune verderben lassen. Galapagos ist einfach viel zu schön dafür. Überall Tiere: Darwinfinken, Pelikane, Seelöwen, Meerechsen. Besonders am Hafen von Santa Cruz gibt’s immer was zu sehen.

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Bald folgt dann Isla Isabela, war auch echt toll!


Ein Gedanke zu “Ecuador – Galapagos: Isla Santa Cruz

  1. Hi ihr Beiden, mal wieder tolle Bilder und Reiseberichte. Klasse, klasse kann ich nur sagen. Viel Spaß noch im Endspurt. Liebe Grüße.

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