Von Halifax ging es mit dem Flugzeug über Boston in die riesige Stadt New York. Wir landeten etwa gegen 18:30 Uhr auf dem John F. Kennedy Flughafen. Eigentlich lief bisher immer alles viel zu glatt bei all unseren Flügen. Irgendwann musste ja mal was Aufregendes passieren. In New York war es dann soweit.
Unser Gepäck drehte keine Runden auf dem Gepäckband so wie sonst. Stattdessen standen wir uns die Beine vor dem Gepäckband in den Bauch. Nach einer halben Stunde und etlichen Gepäckband-Runden wurde der nächste Flug angezeigt und wir wurden unruhig. Wir fragten im Gepäckverlust-Office nach und es stellte sich heraus, dass die gute Frau in Halifax unser Gepäck in eine spätere Maschine eingebucht hatte. Toll! Es sollte gegen 20:50 Uhr in New York an genau demselben Gepäckband ankommen. Pustekuchen! Das Gepäck kam zwar an, aber nicht am selben Gepäckband. Bevor wir unsere riesigen Rucksäcke liebevoll in unsere Arme schließen konnten, mussten wir erstmal einen kleinen Marsch auf dem dunklen Flughafengelände zurücklegen. Wir waren genervt, aber die Freude war groß. Sind unsere Rücksäcke doch alles, was wir zur Zeit haben. Nicht auszudenken, davon etwas zu verlieren.
Für all diese Unannehmlichkeiten erhielten wir einen Gutschein für eine Taxifahrt zu unserer Unterkunft. Immerhin, Geld gespart.
Als wir endlich im Taxi saßen, waren wir schon 12 Stunden unterwegs und völlig fertig. Ich hatte absolut keine Nerven mehr, dem Taxifahrer zu erläutern, wo unsere Unterkunft in New York ist. Verdammt, deshalb nehme ich doch ein Taxi, weil ich nur eine Adresse habe und mich absolut nicht auskenne. Er konnte aber wohl meine Schrift nicht entziffern und so brauchten wir noch eine weitere halbe Stunde gefüllt mit Telefonaten, bis die Fahrt endlich losging. Gegen Mitternacht waren wir endlich in der Malcolm X Street, die früher Lenox Street hieß, in Harlem. Wir wurden herzlich empfangen, bekamen eine kurze Einweisung und dann ab ins Bett. Das war ein langer Tag!
Tag 1
Nach einer richtig guten Nacht standen wir auf und liefen direkt in den Central Park, denn der lag nur 10 Minuten zu Fuß von unserer Unterkunft entfernt. Schon auf dem Weg dorthin war klar, wir sind in einer echt großen Stadt. Um uns herum große Häuser mit typisch amerikanischen Feuerleitern, Essensstände aller Art, Musik, Menschen, Autos, Taxen, Touristenbusse, Graffitis, Cafés, Restaurants, Künstler usw. Wir gingen einfach drauf los, durchquerten den Central Park und standen irgendwann auf der Fifth Avenue vor dem Museum of Metropolitan Art. Noch mehr Menschen und Yellow Cabs. Erstmal was essen. Wir schlugen uns zur Madison Avenue durch und fanden dort einen tollen Italiener. Allerdings war es dort auch voller Menschen. Egal, wir hatten Hunger. So ging es dann den ganzen ersten Tag, wir liefen viel herum und aßen zwischendurch etwas, verliefen uns dann auch nochmal und waren spät am Abend völlig erschöpft wieder in unserer Unterkunft.
Tag 2
Wir schauten uns einige Klassiker in New York an. Zuerst ging es mit der Staten Island Ferry nach Staten Island. Auf dem Weg dorthin und wieder zurück bestaunten wir Lady Liberty und die Skyline von New York. Die Fährfahrt ist kostenlos. Ich ließ mir sagen, dass dies so ziemlich das einzig Kostenlose in New York sei. Es war auch nicht sonderlich voll auf der Fähre, was uns sehr überraschte. Wir hatten uns auf Ellenbogenkämpfe eingestellt.
Die gab es dann eher auf der Brooklyn Bridge. Alle Touristen wollen einmal über diese Brücke gehen und wir mittendrin. Als wir endlich drüben waren, machten wir drei Kreuze. Die besten Fotos von der Brooklyn Bridge schossen wir sowieso von der Manhattan Bridge aus. Diese überquerten wir ganz in Ruhe, nachdem wir uns das kleine Wohnviertel Dumbo (Abkürzung für Down Under the Manhattan Bridge Overpass) des Stadtteils Brooklyn angeschaut hatten. Dort fanden wir es echt nett. Wenig Leute und schöne alte Industriehallen, die zu Cafés, Büros oder Wohnungen umgebaut worden waren. Nach einem leckeren Café Latte schlugen wir uns nach Lower Manhattan durch. Wir waren auf der Suche nach dem Dessertladen Rice to Riches, eine Empfehlung von Lüneburger Freunden :-). Und das war eine sehr gute Empfehlung. Dort gibt es Milchreis in allen erdenklichen Variationen, z.B.Wild Berries Waltz, Pumpkin Cinnamon, From Coast to Coast Cheescake usw. Es blieb nicht bei dem einen Besuch.
Tag 3
Wir widmeten uns der Kunst und besuchten das Museum of Modern Art – kurz MOMA. Wir sahen viele bekannte und unbekannte Werke. Liefen die Stockwerke hoch und runter. Am Ende unserer Tour waren wir ein wenig enttäuscht. Unsere Erwartungen wurden nicht erfüllt. Wir hatten es uns lebendiger vorgestellt. Unsere Enttäuschung wollten wir mit einem leckeren New York Cheesecake von der Magnolia Bakery wieder wettmachen. Leider klappte das nicht so, wie wir wollten. Es ist einfach alles viel zu voll in New York und so auch die Magnolia Bakery auf der Sixth Avenue. Naja unvollendeter Dinge gingen wir erstmal zum Rockefeller Center. Zusammen mit dem MOMA Eintrittsticket hatten wir uns einen Ausflug auf die Aussichtsplattform Top of the Rock gekauft. Unsere Laune war leider nicht mehr so gut, als wir endlich den Sicherheitscheck, die Fotografierstation und die ewigen Fahrstuhlfahrten hinter uns gebracht hatten. Diesen ganzen Aufwand hatten wir absolut nicht erwartet. Oben angekommen, schossen wir ein paar Fotos und steuerten blitzschnell die nächste U-Bahn Richtung Unterkunft an. Auf dem Heimweg hielten wir noch kurz bei unserem neu entdeckten Lieblingscafe Il café Latte – Good Food in Harlem – an und holten uns einen New York Cheesecake raus. Der versöhnte uns für die Pannen des Tages.
Abends haben wir gemeinsam mit unserer Gastgeberin das dritte Duell zwischen Trump und Clinton geguckt. Uns sind viele Menschen begegnet, die das ganze Spektakel total lächerlich finden und sollte Trump tatsächlich gewählt werden, wollen viele das Land verlassen.
Tag 4
Wir fuhren mit der Subway nach Soho und Little Italy und genossen das Treiben auf den Straßen. Es war auch sehr voll, aber irgendwie entspannter als am Tag zuvor. Wir schlenderten durch die Straßen, schossen Fotos, aßen nochmal einen leckeren Milchreis bei Rice to Riches, bestaunten Wahlplakate und Graffitis, waren in einem Weihnachtsladen und ließen den Abend schließlich im Il Café Latte ausklingen. Dort war es sehr lustig. Die Bedienung scherzte viel mit den Gästen und insbesondere mit einem kleinen Jungen. Das viele Lachen steckte uns an.
Tag 5
Die ganze Zeit war es sehr heiß in New York. Wir waren ziemlich überrascht, denn es war ja Ende Oktober. Doch an unserem 5. Tag begann es zu regnen und das von morgens bis zum späten Nachmittag. Dennoch spazierten wir durch die Straßen Harlems und erledigten so Sachen wie Wäsche waschen und Pakete nach Hause schicken.
Nachmittags besuchten wir noch Williamsburg. Die Streetart lockte uns hin, begeisterte uns aber auch nicht mehr als die vielen Werke, die wir schon in Harlem gesehen haben. Abends packten wir unseren Rucksack für unsere Weiterreise nach Ecuador. Dort sind wir nun auch schon wieder 2 Wochen. Dazu dann im nächsten Beitrag mehr.
Resumee
New York ist eine Stadt voller Leben, Kultur, Vielfalt und spannender Menschen. Jeder Stadtteil hat etwas anderes zu bieten. Für uns war Harlem genau der richtige Stadtteil zum Wohnen. Viele Menschen, aber auch viel Musik und Streetart. Soho, Little Italy, Williamsburg und der Central Park waren auch sehr angenehm, aber die klassischen Touristenattraktionen und der viele Verkehr sind mir einfach zu stressig. Einmal mehr habe ich gemerkt, dass ich absolut kein Großstadtmensch bin. Nach der vielen Natur in Kanada war New York eine echte Herausforderung für mich.
Das glaube ich. Den Kulturschock kann ich mir leibhaftig vorstellen. Da kann wahrscheinlich nicht mal Hamburg zur Rush Hour mithalten.
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Auch wenn es voll u stressig ist, die Stadt reizt mich. Alo danke für deine Einblicke! Aber in den nächsten vier Jahren werde ich dort wohl nicht hinfliegen…😐
Obnun wirklich „viele“ das Land verlassen?
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