Kanada Rocky Mountains – Camping mit Bären Teil 2

Es gibt in den Rocky Mountains nur zwei Möglichkeiten des Reisens. Entweder wohnt man bequem (= teuer) und fährt viel Auto oder man wohnt weniger bequem (= günstiger) und ist direkt am Ort des Geschehens. Da wir relativ gut in unserem Old Scratchy schlafen können, haben wir uns für die 2. Variante entschieden. Wir campten nun schon 9 Nächte in den Bergen. Und davor 12 auf Vancouver Island. Allmählich sind wir echte Profis. Hier ein paar Camping-Eindrücke.

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Nach den vielen Gletschern zogen wir mit eisigen Eindrücken weiter zum nächsten Campingplatz namens Waterfowl. Wir waren recht früh unterwegs und so verwunderte es mich nicht, dass wir prompt wieder einen Schwarzbären am Straßenrand entdeckten. Ja, man kann sagen, es wurde allmählich zur Routine. Kein Wunder, es war ja auch Beerenzeit. Und Bären fressen für ihr Leben gern Beeren. Es stört sie absolut nicht, dass sie dabei Zuschauer haben. Nach kurzer Zeit bildete sich ein regelrechter Stau auf der Straße. Der Bär fraß ganz in Ruhe weiter. Kristian war natürlich nicht mehr im Auto (hat aber dafür die coolen Bilder unten gemacht 🙂 ). Ich schon. Es gab aber noch viel „mutigere“ Zuschauer. Manch einer war keine 2 Meter vom Bären entfernt. Muss ja jeder selbst wissen.

Kanada ist bekannt für weites Land mit vielen Seen und Flüssen. So ist das natürlich auch in den Rocky Mountains. Jeder Campingplatz hat entweder einen Fluss oder einen See oder beides direkt in der Nähe. Wir waren nun am Ende der bekannten Fernstraße Icefields Parkway angekommen. Dort liegen mehrere sehr bekannte Seen – Lake Louise und Moraine Lake. An beiden Seen gibt es viele Wandermöglichkeiten. Wir haben es nicht mal bis zum Parkplatz geschafft. Zu viele Menschen hatten dieselbe Idee. Ob die Seen nun so schön sind wie ihr Ruf, können wir nicht sagen. Wir haben sie nicht gesehen. Die Sonne schien und wir entschieden uns stattdessen für eine Wanderung am Bow Lake und dem dazugehörigen Bow Gletscher. Dort war auch viel los, aber das hielt sich noch in Grenzen und der Weg war traumhaft schön und fast gar nicht steil :-). Und für Bären war dann doch zu viel los.

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Nach diesem kurzen Sonnenintermezzo fing es an, wie aus Eimern zu regnen und sogar zu gewittern. Zum Glück können wir im Auto schlafen und haben eine Plane für unser nicht wasserdichtes Zelt. Wir haben den Tag im Auto verbracht. Wir scrabbeln ja sehr gern. An dem Tag taten wir das sogar dreimal. Mittlerweile haben wir sicher um die 200 Partien gespielt. Tags darauf war das Wetter nicht bombastisch, aber einigermaßen trocken. Beide wollten wir wieder unbedingt an die Luft. Wir besuchten einen weiteren See in unserer Nähe, den Chephren Lake.

Nach so vielen Camping-Tagen sehnten wir uns nach einem Bett mit Mauern drumherum. Wir fuhren für 3 Tage in die kleine Stadt Golden. Keine Fotos, keine Bären, keine Wanderungen, nur Cafés und Entspannung. Danach ging es weiter nach Calgary. Eigentlich wollten wir uns die Stadt anschauen. Daraus wurden dann 3 weitere Tage, die wir in einer echt tollen Unterkunft mit Planung und Entspannung verbrachten. Kein Sightseeing in Calgary.

Frisch aufgetankt brachen wir zu unserer letzten Rocky Mountains Etappe auf. Wir fuhren in den Waterton Nationalpark. Dieses Mal campten wir mitten in der kleinen Stadt Waterton Lake. Und ratet mal, wer uns auf den Weg zu unserem Campingplatz empfing? Richtig! Zwei Bären. Und dieses Mal fuhren wir direkt auf einen Stau zu.  Wir reihten uns ein und sahen dann auch gleich die Sensation. Zwei Bären fraßen friedlich die Beerensträucher ab. Mir war der ganze Trubel ja ein bisschen zuviel. Aber es war kein Weiterkommen möglich. Kristian war dieses Mal Beifahrer und blieb glücklicherweise im Auto. Die Kamera hatte er nach all den Bärenbegegnungen nun immer parat.
Beide Bären, die ihr auf den Fotos seht, sind Schwarzbären. Der eine von beiden ist etwas heller, also eher braun. Der andere ist schwarz und trägt sogar eine Art Halsband. Wir haben erfahren, dass einige Bären mit GPS ausgestattet sind, um sie zu schützen. Die Ranger studieren ihr Verhalten und wollen Gefahren für Bären aus dem Weg räumen. Wir fanden das ein bisschen befremdlich. Wirkte schon fast wie im Zoo dieses ganze Zusammentreffen. Die Bären scheinen schon ziemlich an Menschen gewöhnt zu sein. Das bleibt wahrscheinlich nicht aus. Am Ende kam dann ein Ranger und forderte uns auf, den Ort des Geschehens zu verlassen.

Waterton Lake ist ein kleiner süßer Ort umringt von Bergen. Der dazugehörige See lag nur einen Steinwurf von unserem Campingplatz entfernt. Der erste Tag war sehr sonnig und wir fuhren zum Red Rock Canyon. An Wanderungen war nicht wirklich zu denken. Überall gab es Bauarbeiten. Also blieb es bei einer schönen Autofahrt durch die wunderschöne Gegend.

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Am nächsten Tag sollte es dann aber wieder richtig losgehen. Wir entschieden uns für den Crypt Lake Wanderweg. Etwa 17 km, 700 Höhenmeter und einige Hindernisse wollten überwunden werden. Los ging es dementsprechend früh mit einer Fährfahrt zum Startpunkt der Wanderung. Hier gab es wieder die obligatorischen Warnungen vor Bären. Und dann ging es los. Leider hielt das Wetter nicht. Als wir die schwierigste Stelle endlich erreicht hatten, regnete und windete es. Dennoch krabbelten wir durch den engen Tunnel, der extra für Wanderer in den Berg geschlagen wurde und gingen vorsichtig den anschließenden sehr schmalen Weg entlang. Wir haben mehere Wasserfälle und viele Eichhörnchen gesehen, aber glücklicherweise keine Bären. Andere Wanderer berichteten später von einer Bärenmutter mit zwei Bärenkindern.

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Damit endete unser Rocky Mountains Aufenthalt. Insgesamt verbrachten wir drei abwechslungsreiche Wochen in den Bergen. Wir haben soviel gesehen, das reicht für Jahre. Und gewandert bin ich wohl auch noch nie soviel wie dort. Nicht immer war ich hocherfreut über all die steilen Wege, aber ein schöner Ausblick erfordert einen steilen Aufstieg. Rückblickend waren es viele einzigartige Erfahrungen, die ich nicht missen möchte.


3 Gedanken zu “Kanada Rocky Mountains – Camping mit Bären Teil 2

  1. Bären essen Beeren? Verrückt. Bisher war das für mich ein Gerücht. Lachs, Steak, Schnitzel, …sowas essen Bären. Diese Pizza war doch bestimmt für den Bären zur Bestechung und ihr habt die Beeren essen müssen.

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  2. Ah, da war also der türkise See von deinem Profilbild : ) Den letzten Wanderweg wäre ich nicht gegangen, das wäre mir zu schmal gewesen : / Sich da an so einer Geröllhalde langzuhangeln, nee nee.
    Die kleinen Hörnchen haben ja eine lustige Fellfärbung! Und so ein Gletscher scheint echt beeindruckend zu sein. Und wie immer: tolle tolle Fotos!

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  3. Hallo Nicole,
    ich hab mich jetzt durch deinen Blog geschmökert und bin von den Fotos und deinen Erfahrungen begeistert. Ein ganz klein bisschen Fernweh hab ich jetzt 😉 Ich freu mich aber, dass ihr so eine schöne Zeit habt und wünsche euch noch weiterhin tolle Ausblicke und Momente.
    Bis bald und liebe Grüße aus Soltau

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