Rückblick USA – Camping im Bärenland

Endlich waren wir im Yosemite Nationalpark. Schon allein die Tioga Road, die Hauptstraße durch den Nationalpark, bietet unheimlich viel tolle Natur – Seen, Berge, Schluchten, Felsformationen. Und alles scheint viel, viel größer als das, was wir bisher so gesehen haben. Um noch mehr zu sehen, wanderten wir direkt am ersten Tag zum Dog Lake und anschließend auf den Lembert Dome. Der Weg zum See und auch unsere kleine Picknickpause am See waren sehr schön. Richtig spektakulär wurde es dann aber auf dem Lembert Dome. Wir waren nicht so richtig auf den wahnsinnigen Ausblick über die Berggipfel des Nationalparks gefasst. Dreimal ich an verschiedenen Stellen :-), das war ein gigantisches Panorama.

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Zunächst verbrachten wir unsere ersten beiden Tage in der Nähe von Yosemite in einer schönen Lodge. Anschließend wollten wir fünf Tage inmitten dieser imposanten Natur verbringen. Die einzig erschwingliche und noch buchbare Unterkunft war für uns der Campingplatz Crane Flat. Er liegt am anderen Ende der Tioga Road, das heißt wir mussten den Nationalpark einmal komplett durchfahren. Das dauert etwa 3 Stunden, wenn man nicht bei den ganzen Hotspots anhält. Ein Zelt und eine Luftmatratze hatten wir uns für unser erstes Campingabentuer ja schon zugelegt. Camping-Ausrüstung ist hier unwahrscheinlich günstig, zumindest in den großen Einkaufsmärkten. Und es gibt einfach alles, was man braucht. Einen kleinen Kocher mussten wir uns auch noch kaufen, da wir nirgends Camping-Gas für unseren extra aus Deutschland mitgebrachten Kocher finden konnten. Da schleppe ich den Kocher um die ganze Welt für nichts und wieder nichts. Danke Trekking-König für die exzellente Beratung :-/. Aber die Töpfe sind super.

Wir verließen unsere schöne trockene Lodge am Tag des Aufbruchs nur ungern. Hatte es doch die ganze Nacht hindurch geregnet. Die ganze Fahrt durch Yosemite munterten wir uns immer wieder damit auf, dass das Wetter auf der anderen Seite des Parks bestimmt viel besser ist. Dort angekommen stellte sich diese Annahme als Trugschluss heraus. Der Regen wurde immer schlimmer und dann fing es auch noch an zu hageln. Wir konnten die Rangerin am Eingang des Campingplatzes nur sehr schwer verstehen. Ganz schnell gab sie uns unseren Zettel, der bestätigte, dass wir einen bestimmten Platz gebucht hatten. Sie belehrte uns, dass wir unser Essen und unsere Waschutensilien im bärensicheren Stahlschrank zu verstauen haben. Und dann war es Zeit, unser neues Zuhause zu beziehen. Wir fuhren zu unserem Platz, guckten kurz und beschlossen dann, ins Yosemite Valley zu fahren, etwas zu essen, einen Kaffee zu trinken, zu scrabbeln und abzuwarten. Das taten wir und gegen 18 Uhr hörte der Regen endlich auf. Da es erst um 21 Uhr dunkel wurde, hatten wir nun noch genug Zeit, unser neues Zelt aufzubauen und tatsächlich ins neue Zuhause einzuziehen. Glücklicherweise war dies der einzige Regentag. Alle folgenden Tage waren voller Sonnenschein. Allerdings wurde es zur Nacht recht kalt. Unsere Schlafsäcke waren für diese Temperaturen nicht so ganz perfekt. Wir optimierten und kauften noch zwei wunderschön kuschelige Decken. Nun konnte das Abenteuer starten. Und das tat es dann auch.

Tagsüber verbrachten wir unsere Zeit mit Wandern. Wir wanderten zum Merced Grove und schauten uns Riesenmammutbäume an. Da dachte ich, der Kauribaum in Neuseeland war riesig. Diese waren noch riesiger.

Ja und dann haben wir mal wieder eine richtig lange Wanderung gemacht. Wir kombinierten an einem Tag zwei schwierige Wanderwege – den Panorama Trail und den 4 Mile Trail. Insgesamt waren das dann 23 km. Wir starteten morgens 8.30 Uhr und kamen abends 19.00 Uhr wieder an unserem Auto an. Keine Frage, wir haben es geschafft, aber ich war komplett durch. Stundenlang ging es nur bergauf. Oben hatten wir einen Gletscher erwartet. Immerhin hieß unser Etappenziel Glacier Point. Aber nichts, stattdessen unheimlich viele Menschen, die alle mit dem Auto oder dem Bus gekommen waren. Eigentlich hätte ich mich von jemandem nach unten mitnehmen lassen sollen. Hab ich aber nicht. Also ging es dann die restliche Zeit nur noch bergab. Und zwischendurch immer mal wieder Angst vorm Bären. Überall hätte uns einer begegnen können. Das war ziemlich herausfordernd für mich. Aber die Natur und die Ausblicke waren gigantisch. Rückblickend hat es sich auf jeden Fall gelohnt, aber nächstes Mal nehmen wir uns einfach zwei Tage für den Weg.

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Abends haben wir es uns an einem Feuerchen mit Rotwein gutgehen lassen. Anfangs trauten wir uns nicht so richtig ans Feuermachen ran. Ich rief dann meine Kindheitserinnerungen ab. Immerhin musste ich früher nach der Schule (noch zu DDR-Zeiten) immer die Öfen bei uns zuhause anmachen. Das super trockene kalifornische Holz unterstützte mich und so war es kein Problem für uns, ebenfalls ein tolles Feuer zu entzünden. Das war toll.

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Ein Gedanke zu “Rückblick USA – Camping im Bärenland

  1. Wunderschön. Für mich persönlich bisher die tollste Landschaft. Bergab…damit hat Tobi ja so seine Erfahrungen 😉 Ich freue mich massiv, dass ihr nicht von nem Bärchen angeknabbert worden seid. Aber ansonsten wisst ihr ja aus dieser abenteuerlichen SPON-Geschichte, was zu tun ist. Bärige Grüße aus Lünetown!

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