Nachdem der Bann mit den Bären nun gebrochen war, ging es Schlag auf Schlag. Noch auf unserem Weg in die Rocky Mountains sahen wir den nächsten Schwarzbären. Dieses Mal am Straßenrand. Fast wären wir an ihn vorbeigefahren.
Bei dieser einen Begegnung sollte es an diesem Tag nicht bleiben. Kurz vor unserem Campingplatz sahen wir schon den nächsten Bären langsam über die Straße gehen. Wir fuhren nun unsererseits recht schnell zu ihm und erwischten ihn ebenfalls am Straßenrand. Laut Kristian war es ein kleiner Grizzlybär. Beinahe hätte ich ein Foto gemacht, aber nur beinahe. Stattdessen verscheuchten wir den Bären mit unserer Diskussion darüber, ob Kristian nun aussteigt und seine Kamera aus dem Kofferraum holt oder nicht. Ich war ja eher dagegen. Nun waren wir im Jasper Nationalpark angekommen.
Am nächsten Tag regnete es ein bisschen, dennoch zogen wir los. Wir wollten mal wieder einen Gletscher sehen. Unser Ziel war der Edith Cavell Wanderweg mit dem Angel Glacier. Wäre da nicht diese übertriebene Warnung vor einem Grizzlybären gewesen, der Wanderern nicht den Vortritt lässt, hätte ich auch Spaß an der Wanderung haben können. So stand in mir alles auf Alarmbereitschaft. Erst auf halber Strecke entspannte ich mich etwas und konnte die schöne Natur genießen.
Gletscher bei Regen
Gletscher bei Sonnenschein – wir waren am nächsten Tag nochmal dort.
Unsere folgenden Tage verbrachten wir auf einem sogenannten Overflow Campingplatz. Wir haben die Zeitumstellung versemmelt und so keinen Platz mehr auf dem richtigen Campingplatz bekommen. Naja, erstmal kein Feuer mehr am Abend. Dafür aber nette Bekanntschaften, denn es gab nur wenige Picknick-Tische und die teilten wir natürlich brüderlich und schwesterlich mit unseren „Leidensgenossen“. Und die Umgebung entschädigte für das fehlende Feuer.
Das Wetter wurde besser. Wir entschieden uns, wandern zu gehen. Irgendwie muss ich mir mal alle englischen Begriffe für das Wort „steil“ aufschreiben. Ich dachte, die Wanderung wird entspannt. Stattdessen war es wohl der steilste Weg, den wir jemals gegangen sind. Aber wir wurden sehr belohnt dafür.
Nach vier Tagen Overflow Campingplatz zogen wir sehr früh weiter zum nächsten Campingplatz. Wir fuhren nun den Icefields Parkway entlang. Die 230 km lange Straße gilt als eine der schönsten Fernstraßen der Welt und führt durch die kanadischen Rocky Mountains. Eine der Hauptsehenswürdigkeiten entlang der Route ist das Columbia-Eisfeld. Das ist eine der größten Ansammlungen von Eis südlich des Polarkreises. Die Fläche beträgt 325 km². Aus dem Eisfeld heraus stammen acht große Gletscher, darunter der Athabasca-, der Castleguard-, der Columbia-, der Dome-, der Stutfield- und der Saskatchewan-Gletscher. Einige davon haben wir natürlich gesehen. Nun hatten wir reichlich Gletscher :-). Unser Campingplatz war ganz in der Nähe des Eisfeldes. Von dort aus machten wir einige Wanderungen und fuhren den Icefields Parkway hoch und runter. Mal hatten wir tollen Sonnenschein, mal war es bewölkt.
Bilder vom Eisfeld
Bilder vom Icefields Parkway
Das Abenteuer Rocky Mountains und die Bärenbegegnungen waren damit aber noch nicht vorbei…Fortsetzung folgt.
Wow! Tolle Bilder von dieser atemberaubenden Landschaft.
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